Situation:
Involvierte Fachkräfte und Teammitglieder, welche ein autistisches Kind begleiten und unterstützen, kommen zusammen, um ihre Beobachtungen zu besprechen. Aus dem kollektiven Wissensschatz und dem Verständnis der aktuellen Entwicklungsbedürfnisse des Kindes heraus sollen eine gemeinsame Haltung und nützliche Interventionen abgeleitet werden.
Fragestellung:
Das Verhalten des Kindes wirft komplexe Fragen auf, für die es auf den ersten Blick keine klaren oder einfachen Antworten zu geben scheint:
- Sollten wir die Stereotypien und repetitiven Verhaltensweisen des Kindes nun unterbinden, ignorieren oder vielleicht sogar in die Beziehungsarbeit einbeziehen?
- Warum beisst das Kind obsessiv in alle gebundenen Kinderbücher und bekommt einen Wutanfall, wenn ich versuche das Buch vorzulesen?
- Wie kann man die Fremd- oder Autoaggression verstehen und wie gehen wir mit exzessivem Schreien in der Gruppe um?
- Sollte ich nun direkten Blickkontakt initiieren oder lieber nicht?
Die Frage der Fachpersonen im Raum: Was hat all das nur zu bedeuten und wie gehen wir am besten damit um?
Hier komme ich sehr gerne beratend dazu...
Inwiefern hilft eine systemisch-analytischen Sichtweise:
Autistische Kinder erleben häufig grosse Unsicherheit, Orientierungslosigkeit und Ängste – besonders in Übergängen oder in ungewohnten und schwer vorhersehbaren Situationen. Oft zeigt sich diese Unsicherheit auch im Umfeld des Kindes: Fachpersonen und Teams fühlen sich manchmal verunsichert oder ratlos im Umgang mit schwierigen Situationen.
Dies kann ein wichtiger Hinweis darauf sein, wie belastend die Situation auch für das Kind selbst erlebt wird.
Mit einer systemisch-analytischen Sichtweise können die Wechselwirkungen zwischen Kind und Umfeld gemeinsam betrachtet und besser verstanden werden. Dabei können sowohl die besondere Sinneswahrnehmung autistischer Kinder als auch emotionale und entwicklungsbezogene Faktoren berücksichtigt werden.
Ein vertieftes entwicklungspsychologisches Verständnis hilft Fachpersonen häufig dabei, mehr Sicherheit und Orientierung im gemeinsamen Handeln zu gewinnen. Dadurch entsteht meist eine ruhigere und klarere Haltung im Team, was wiederum auch dem Kind Sicherheit gibt.
Auf dieser Grundlage lassen sich meist individuell passende und hilfreiche Interventionen entwickeln, die von allen beteiligten Fachpersonen gemeinsam getragen werden können, um das Kind in seiner Entwicklung bestmöglich zu begleiten und zu unterstützen.